Ansprechpersonen:

Brandschutz:
Dipl.-(HTL)-Ing. Irmgard Matzinger (DW -24, Email)
Dr. Bernd Nusser (DW -71, Email)

Schallschutz:
Dr. Bernd Nusser (DW -71, Email)

Wärme- und Feuchteschutz:
Dr. Julia Bachinger (DW -0, Email)
Dr. Bernd Nusser (DW -71, Email)

Baulicher Brandschutz
Bauphysikalisch optimierter Holzbau

Seitenpfad

Bauphysik

Der Fachbereich führt Forschungsprojekte und Prüfungen zu bauphysikalischen Fragestellungen durch und erstellt einschlägige Fachgutachten. Die Verbindung praxisnaher, holzbautechnischer Lösungen mit aktuellen bauphysikalischen Fragestellungen bietet Planern, Bauherren und Ausführenden eine ideale Unterstützung bei der Umsetzung ihres Holzbauvorhabens und hilft bei Produkt- und Konstruktionsentwicklungen im Rahmen von Innovationsschecks, Feasibility Studies und Forschungsprojekten. 

Forschung und Entwicklung

Brandschutz

Arbeitsschwerpunkte sind die Untersuchung und brandschutztechnische Optimierung von Bauteilen und Bauteilanschlüssen in Holzbauweise sowie die Erarbeitung von Gutachterlichen Stellungnahmen als Nachweis im Falle eines gleichwertigen Abweichens. Es wurden Untersuchungen zu Bauteilanschlussfugen von Wand- und Deckenbauteilen (Forschungsprojekt) und Untersuchungen zum Feuerwiderstand von Holzbauteilen (Forschungsprojekt) durchgeführt. Ziel des Projektes war die Entwicklung eines Bewertungs- bzw. Simulationstools des Feuerwiderstandes von Holzbauteilen sowie die Überführung in die nationale und europäische Normung im Rahmen des wood-wisdom Programms (Projekt Fire in timber) der ERA-NET Initiative. Zusätzlich wurden Untersuchungen zur Brandschutzabschottung sowie zum Einbau von gebäudetechnischen Anlagen im Holzbau, zum Brandverhalten von Fußbodenkonstruktionen und von Fassaden sowie zu Haupt-Nebenträgeranschlüssen durchgeführt. Die Ergebnisse wurden in diversen Planungskatalogen publiziert.

Downloads: Fachartikel "Brandverhalten von Holz und Holzwerkstoffen" (Autor: M. Teibinger) und „Brandabschnittsbildende Bauteile aus Holz“ (Autor: M. Teibinger)

Schallschutz

In Rahmen von Forschungsaktivitäten wurden die akustischen Eigenschaften von Holzbauteilen und deren Anschlüsse optimiert. In einem Forschungsschwerpunkt wurden ebenfalls die Grundlagen zur Reduktion der akustischen Flankenübertragung bei Massivholzdecken geschaffen. Zusätzlich werden in Situ Schallmessungen angeboten.

Die Holzforschung Austria errichtet am Standort Stetten mit dem Akustik Center Austria im Rahmen der COIN-Förderschiene ein Akustiklabor in europäischen Dimensionen. Das Forschungsvorhaben wird vom Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft (BMWFW) sowie vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) gefördert und von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) abgewickelt. Das Akustik Center Austria bietet die Möglichkeit, die schalldämmenden Eigenschaften von Leichtkonstruktionen mit und ohne Flankenübertragung durch angrenzende Bauteile gesichert und reproduzierbar – auch im tiefen Frequenzbereich – nachweisen zu können. Die Infrastruktur ermöglicht neben genormten akkreditierten Standardprüfungen des Schalldämm-Maßes von Fenstern, Türen, Fassaden, Wand- und Deckenbauteilen und des Trittschallpegels von Deckenkonstruktionen, des Trittschallverbesserungsmaßes von Fußbodenaufbauten, auch Untersuchungen im erweiterten Frequenzbereich, Untersuchungen zur Flankenübertragung durch angrenzende Bauteile sowie Freifelduntersuchungen an Fassaden.

Wärme- und Feuchteschutz

Der Forschungsschwerpunkt Wärme- und Feuchteschutz beschäftigt sich mit der Untersuchung von bauphysikalisch herausfordernden Konstruktionen, wie z.B. Flachdachkonstruktionen, Sockel- und Fensteranschlüsse und energieeffizienten Lösungen für den winterlichen Wärmeschutz und die Sommerbehaglichkeit. Ziele der Arbeiten sind die Entwicklung praxisnaher Detaillösungen für die Planer und Ausführenden sowie die Weiterentwicklung und Validierung von Simulationsmodellen. Die realitätsnahen Untersuchungen werden an den bauphysikalischen Versuchsgebäuden im Maßstab 1:1 durchgeführt.

Nachhaltigkeit im Bauwesen

Holz besteht zu etwa 50 % aus Kohlenstoff. Dieser Kohlenstoff stammt aus der Atmosphäre und wird beim Wachstum des Baumes bei der sog. Photosynthese aus dem atmosphärischen Kohlendioxid (CO2) vom Holz entnommen und dafür Sauerstoff und Wasser abgegeben. Das Holz entzieht also über seine Nutzungsdauer der Atmosphäre das klimaschädliche CO2 und trägt so wesentlich zur Reduktion des Treibhauseffekts und damit des Klimawandels bei. Durch lange Speicherung von Kohlenstoff im Gebäude kann Bauen mit Holz als wesentlicher Beitrag zum Umweltschutz gesehen werden. Außerdem nimmt Holz während seines Wachstums Sonnenenergie auf die am Ende seiner Nutzung als thermische Energie zur Verfügung steht. Größenordnungen von etwa 18,5 MJ pro kg Holzmasse können damit nachhaltig fossile Brennstoffe ersetzen. 

Im Rahmen diverser Forschungsprojekte wurden Holzkonstruktionen über ihren kompletten Lebenszyklus (Projekt ECO2/Ecotimber) auf ihre Umweltwirkungen untersucht bzw. im konkreten Anwendungsfall in innovativen Gebäudekonzepten (Projekt Ökovergleich) bilanziert. Bereits abgeschlossen ist der Aufbau einer EPD-Plattform in Österreich für welche die nach ÖNORM EN ISO 14025 für den Betrieb einer solchen geforderten Dokumente erstellt wurden (EPD-Plattform-AT), die als Grundlage für die Ausarbeitung von Umweltproduktdeklarationen (EPD) dienen. 

Prüfung und Überwachung

Der Fachbereich "Bauphysik" ist für 23 Prüf- und Überwachungsverfahren akkreditiert. Im folgenden wird ein Auszug aus den Dienstleistungen widergegeben:

Brandschutz:

  • Feuerwiderstand von Bauteilen, Bauteilanschlüssen und Brandverhalten von Fassaden (Koordination und Beratung bei Großbrandversuchen, Auswertung von Prüfungen, Erstellung von Klassifizierungsberichten
  • Gutachterliche Stellungnahme bei konstruktiven Abweichungen und Kompensationsmaßnahmen zur Vorlage der Behörde (Brandschutzkonzepte)

Schallschutz:

  • Prüfungen von Bauteilen (Wand, Decke, Fenster, Türen, Fassaden) und Flanken am Prüfstand im Akustik Center Austria ab Sommer 2016 (auf Wunsch für den erweiterten Frequenzbereich bis 50Hz)
  • In Situ Luft- und Trittschallmessungen
  • Bewertungen und Beurteilung von Bauteilen und Anschlüssen
  • Schallimmissionsmessungen 

Wärme- und Feuchteschutz:

  • Hygrothermische Simulationen (1- und 2 dimensional): Nachweise, Bauteiloptimierung, Beurteilung von Schäden (z.B. Flachdächer, Innendämmung, Perimeterdämmung, Baufeuchte, Umkehrdiffusion, etc.)
  • Bauteilberechnungen
  • Wärmebrückenberechnungen und –optimierungen
  • Beurteilungen des Kondensat- und Schimmelrisikos
  • Energetische Diagnose:
    Bauthermographie
    Blower door-Messungen: Bestimmung der Luftdichtheit am Bauteilprüfstand

Nachhaltigkeit im Bauwesen

  • Lebenszyklusanalysen (Ökobilanzen) von: Materialien, Produkten, Gebäuden
  • Umweltproduktdeklarationen (EPD) von Produkten
  • Gebäudezertifizierung
    klima:aktiv
    TQB der ÖGNB

Weitere Dienstleistungen

Gutachten

Im Fachbereich Bauphysik werden gutachtliche Stellungnahmen zu den bauphysikalischen-konstruktiven Eigenschaften von Bauteilen und Bauteilanschlüssen durchgeführt. Dies erfolgt durch Befundaufnahmen mit begleitenden Messungen vor Ort und/oder Laboruntersuchungen sowie Simulationsberechnungen. 

Besondere Einrichtungen

  • Bauphysikalische Versuchsgebäude zur Untersuchung des hygrothermischen Verhaltens von Bauteilen und Bauteilanschlüssen und zur Energieeffizienz 
  • Akustik Center Austria (Schalllabor)
  • diverse Klimakammern
  • diverse Simulationstools
  • Infrarotthermografiekamera
  • Blower-Door-Messgerät