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Bioenergie

Der Fachbereich Bioenergie beschäftigt sich mit der Produktion, den Eigenschaften, der Logistik und dem Markt von festen Biobrennstoffen insbesondere Holzbrennstoffen. Dazu gehören Holzpellets, Holzbriketts sowie Rundholz und Hackgut für die energetische Verwertung. Partner sind Hersteller und Händler von Biobrennstoffen, Technologieanbieter im Bereich der Brennstoffherstellung aus nachwachsenden Rohstoffen sowie Anbieter von Additiven und Messtechnik.

Forschung und Entwicklung

Prozessoptimierung und Qualitätsverbesserung in der Biomasseaufbereitung

Aktuell wird im Rahmen des Projektes BioUpgrade im COIN-Programm in Kooperation mit dem Österreichischen Forschungsinstitut (ofi) und dem Österreichischen Kachelofenverband (VFH) die Infrastruktur geschaffen, die Wertsteigerung von Biomasseaufbereitung und Brennstoffentwicklung voranzutreiben.

Normung von Waldhackgut zur energetischen Verwertung

In dem von der Kooperationsplattform Forst Holz Papier initiierten Projekt ChipClass werden durch ein österreichweites Screening von Waldhackgutproben Grundlagendaten ermittelt und in Expertenworkshops diskutiert mit dem Ziel, die Ergebnisse in die Waldhackgutnorm ÖNORM C 4005 einfließen zu lassen.

Bereits abgeschlossene Projekte beschäftigten sich unter anderem mit der Optimierung von Holzpellets (Pro-Pellet 1 – Optimierung von Holzpellets und Feuerungen), der Energieeinsparung und Kostenreduktion bei der Pelletierung (Kind-Pellets effizient produziert), der Energieholztrocknung sowie mit der Entwicklung der Pelletsproduktion auf den europäischen Märkten (Pellets@las).

Prüfung und Überwachung

Der Fachbereich Bioenergie ist akkreditiert für die Prüfung von Brennstoffen. Dies umfasst besonders folgende Prüfverfahren (Auswahl, weitere Prüfungen auf Anfrage):

Holzpellets / Holzbriketts

  • ENplus “Handbuch für die Zertifizierung von Holzpellets für Heizungszwecke des European Pellet Council EPC) (auf Basis der EN 14961-2)
  • DINplus Zertifizierungsprgramm für Holzpellets zur Verwendung in Kleinfeuerungsstätten (auf Basis der EN 14961-2)
  • ÖNORM M 7135: Pellets und Briketts aus Holz oder Rinde, Abriebfestigkeit
  • DIN 51731 Presslinge aus naturbelassenem Holz
  • ÖNORM EN 15210-1: Bestimmung der mechanischen Festigkeit von Pellets
  • ÖNORM EN 15149-1: Bestimmung des Feinanteils
  • ÖNORM EN 14918: Bestimmung des Heizwertes
  • ÖNORM EN 15103: Bestimmung der Schüttdichte
  • ÖNORM EN 14774-2: Bestimmung des Wassergehalts

Auf Anfrage werden in Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Chemische Analytik / Emissionsmessung Spezialuntersuchungen wie Stärkegehalt, VOC-Gehalt oder aschebildende Elemente durchgeführt.

Hackgut

  • ÖNORM M 7132 und ÖNORM M 7133 Holzhackgut für energetische Zwecke, Heizwert, Schüttgewicht, Korngröße.
  • ÖNORM EN 14918: Bestimmung des Heizwertes
  • ÖNORM EN 15103: Bestimmung der Schüttdichte
  • ÖNORM EN 15149-1: Bestimmung der Teilchengrößenverteilung

Andere Brennstoffe

Auf Anfrage werden auch Nicht-Holz Brennstoffe hinsichtlich Heizwert und chemischer Zusammensetzung untersucht.

Weitere Dienstleistungen

Der Fachbereich Bioenergie bietet in Heizwerken und Heizkraftwerken Mitarbeiterschulungen für die Übernahme von Energieholz an.

Für die Erstellung von Übernahmerichtlinien und Einrichtung von Holzübernahmestationen werden Beratung und Begutachtung angeboten.

Gutachtliche Stellungnahmen werden auf Anfrage erstellt und umfassen die Bereiche Brennstoffqualität, Logistik und Brennstoffübernahme. Spezialfragen werden in Zusammenarbeit mit anderen Fachbereichen behandelt. In nationalen und internationalen Normungsprojekten wird die Entwicklung von Normen für feste Biobrennstoffe aktiv mitgestaltet.

Die Holzforschung Austria bringt auch Interessen der Industrie und des Handels mit in den Normungsprozess ein. Nachdem die Veröffentlichung der in den letzten Jahren entwickelten europäischen Normen großteils abgeschlossen ist, liegt der Focus nun auf der Unterstützung österreichischer Unternehmen bei der Implementierung dieser Normen. Einerseits geschieht dies durch Mitarbeit im nationalen Normungskomitee, um vorhandene Lücken in der europäischen Normung durch nationale Normen zu schließen. Andererseits durch Mitarbeit in dem europäischen Projekt SolidStandards, dessen Ziel die Implementierung der europäischen Produkt- und Qualitätssicherungsnormen für feste Biomasse ist.

Besondere Einrichtungen

  • Pelletieranlage zur Erzeugung von Pellets im überwachten Laborbetrieb. Die Anlage umfasst Konditioniereinrichtung inklusive thermischer Behandlung mittels Mikrowellentunnel, Ringmatrizenpresse (ca. 15 kg Stundenleistung), sowie Kühlung.

Ansprechpersonen:

DI Wilfried Pichler (DW -16, Email)
DI Dr. Michael Golser (DW -62, Email
Michael Pain (DW -78, Email)

Abriebtester
Abriebtestgerät für Pellets
Pelletanlage
Laborpelletieranlage
Probe für Wassergehaltsanalyse
Energieholzübernahme: Probengewinnung mittels adaptierter Motorsäge