Der Fachbereich Chemischer Holzschutz beschäftigt sich mit dem Schutz von Holz und Holzprodukten gegen Schäden durch holzzerstörende und holzverfärbende Organismen durch vorwiegend chemische Substanzen. Das Arbeitsgebiet umfasst die Weiterentwicklung von Holzschutzmitteln, die Laborprüfung und praxisnahe Freilandprüfung von Holzschutzmitteln auf ihre Wirksamkeit gegenüber den Schadorganismen und die Begutachtung entstandener Schäden in verbautem Holz. Projektpartner sind vornehmlich Hersteller von Holzschutzmitteln und deren Wirkstoffen, Imprägnierbetriebe sowie die holzverarbeitende Industrie.
Gemeinsam mit Holzschutzmittelherstellern werden schwermetallfreie, wasserverdünnbare, fixierende Holzschutzmittel für die Tauchanwendung dahingehend weiterentwickelt, neben einer guten biologischen Wirksamkeit gute Eindring- bzw. Wirkungstiefen zu erzielen. Die Erfüllung der Anforderungen an Arbeitssicherheit und Umweltschutz sind dabei selbstverständlich wesentliche Kriterien.
Hausfäulepilze wie etwa der Hausschwamm können wirtschaftliche Schäden verursachen und unter Umständen auch die Gesundheit von Menschen gefährden. Üblicherweise werden zur Bestimmung der Schadorganismen makro- und mikroskopische Merkmale herangezogen oder traditionelle, zeitaufwendige mikrobielle Methoden der Isolation und Kultur eingesetzt. Die im Rahmen eines Projektes erarbeiteten molekularbiologischen Nachweismethoden, eröffnen neue Diagnosemöglichkeiten, Pilze können anhand der „genetischen Fingerabdrücke“ erkannt werden.
Vermehrt kommt es an Holzfassaden zu unschönen Verfärbungen, die auf mikrobiellen Bewuchs auf der Oberfläche zurückzuführen sind. Zur Reduktion dieses Bewuchsrisikos werden materialspezifische Möglichkeiten untersucht. Die dabei eingesetzten Biozide müssen dabei einerseits sehr effizient und in einem bestimmten Maße wasserlöslich, andererseits aber ökotoxikologisch unbedenklich sein. Diesen Spagat sollen moderne Anstrichsysteme schaffen.
In diesem Projekt wird die Tauglichkeit von Masten, die mit chromfreien Holzschutzmitteln imprägniert wurden, untersucht. Im Freiland exponierte Masten werden dabei einem Monitoring hinsichtlich Wirkstoffeinsetzbarkeit, Wirkstoffabwaschung, Verweildauer und Restmengen der Wirkstoffe im Holz unterzogen. Auf Basis dieser Ergebnisse sollen Aussagen über die Langzeitwirksamkeit der Imprägnierung und die Standzeit von Masten abgeleitet werden.
Der Fachbereich Chemischer Holzschutz ist akkreditiert für die Prüfung von Holzschutzmitteln. Dies umfasst insbesondere folgende Prüfungen (Auswahl, weitere Prüfungen auf Anfrage):
Holzzerstörende Pilze:
Holzverfärbende Pilze:
Holzzerstörende Insekten:
Die Prüfungen von Holzschutzmitteln können in Verbindung mit ÖNORM EN 73 (Verdunstungsbeanspruchung), ÖNORM EN 84 (Auswaschbeanspruchung) bzw. einer Freilandexposition (nach Entwurf Vornorm ÖNORM CEN/TS 15397) durchgeführt werden.
Durchgeführt werden ferner Laborabwaschmethoden nach OECD (Abschätzung der Emissionen von mit Holzschutzmitteln behandeltem Holz an die Umwelt in den Gebrauchsklassen 3 (Entwurf Vornorm ÖNORM CEN / TS 15119-1) und 4 (Entwurf Vornorm ÖNORM CEN / TS 15119-2).
Zusätzlich besteht die Möglichkeit, diverse Prüfverfahren durchzuführen, die zum Nachweis einer bioziden Wirksamkeit eines Materialschutzproduktes verwendet werden können, z.B. für die Produktarten 7, 8 oder 9 nach Biozidproduktegesetz (BGBL I 105/2000).
