http://www.holzforschung.at/hausschwamm-hausbock.html

Bauschadensanalyse / Endoskopie

Der Fachbereich Bauschadensanalyse / Endoskopie beschäftigt sich mit der Schadensbeurteilung von Konstruktionen, der Erforschung und Entwicklung von neuartigen Methoden, des Monitorings und der zerstörungsfreien Prüfung sowie der Zustandsprognose durch Simulation und Modellierung von Zustandsveränderungen.
Im Teilbereich der Bautechnischen Endoskopie begutachten Mitarbeiter der Holzforschung Austria Schäden durch holzzerstörende Pilze und Insekten und verfassen Gutachtliche Stellungnahmen (Privat-Gutachten). 

Forschung und Entwicklung

Bauwerksdiagnostik

Alle Baustoffe unterliegen unerkannten Alterungserscheinungen hervorgerufen durch Witterungs- und klimatische Bedingungen sowie Änderungen der Nutzung. Fragen der Zustandsanalyse, des Monitorings, der Zustandsbewertung sowie der Zustandsprognose durch Simulation und Modellierung von Zustandsveränderungen erlangen zunehmend an Bedeutung und werden aufgrund fehlender Methoden, Technologien, Expertisen und Know-how in diesem Forschungsprojekt bearbeitet.
Sanierungsmethoden werden hinsichtlich deren Effizienz bewertet und durch neu entwickelte Verbindungsmittel und Verbindungstechnik den heutigen Bedürfnissen adaptiert.

Untersuchung von Klebeverbindungen von Holz

Mikroskopische Untersuchungen von Klebstofffugen geben Aufschluss über die Penetration von Klebstoffen ins Holz und die Fugenausbildung bei unterschiedlichen Klebstoffen, Auftragsmengen und Oberflächenqualitäten des Holzes. An Keilzinkenverbindungen wurden mikroskopische Untersuchungen zur Brucheinleitung und -fortpflanzung bei Zugbelastung durchgeführt.

Weitere Dienstleistungen

Untersuchung von frei zugänglichem Holz:

Ist das Holz frei zugänglich, so kann der Gutachter anhand des Aussehens, der Konsistenz und dem Geruch des Holzes sowie durch Anbeilen mit einer Axt oder einem Hammer den Zustand des Holzes untersuchen. Es können großflächig genaue Angaben über den Zustand von Konstruktionsteilen gemacht werden. Es muss zum Teil großflächig geöffnet werden. Eventuell muss für die Zeit der Untersuchungen eine Ersatzwohnung bereitgestellt werden. Anwendungsbereiche:

  • Dachstühle
  • Tramdecken und Dippelbaumdecken (wenn frei zugänglich gemacht)
  • Bei offensichtlichen Schäden, wo auf jeden Fall großflächig geöffnet werden muss
  • Bei allem sonstigen frei liegenden Holz

Bautechnischen Endoskopie:

Die bautechnische Endoskopie stellt eine zerstörungsarme Untersuchungsmethode von Hohlräumen und Deckenkonstruktionen dar. Die Holzteile werden mit dem Bohrer über die gesamte Höhe durchbohrt. Der erfahrene Gutachter kann dabei anhand des Bohrwiderstandes und der aufgefangenen Bohrspäne auf den Zustand des Holzes schließen. Ebenso kann aufgrund der unterschiedlichen Härten beim Bohren auf andere Baumaterialien, wie zB Stahltraversen, Beton oder Ziegel geschlossen werden. Anwendungsbereiche:

  • Tramdecken
  • Deckenkonstruktionen, die von oben her nicht freigelegt werden können (zB bewohnte Räume,  wertvolles Parkett).

Schädlingsbestimmung, z.B. Hausschwamm:

Um die optimale Sanierungsvariante erarbeiten zu können ist es unumgänglich, die Schädlingsart zu bestimmen. In Frage kommen in erster Linie holzzerstörende Pilze und Insekten.

  • Häufige holzzerstörende Pilze in Gebäuden: Echter Hausschwamm (Serpula lacrymans), Brauner Kellerschwamm (Coniophora puteana), Porenschwamm-Arten (Poria spp.) und Blättlingspilze (Gloeophyllum spp.). Im Bedarfsfall wird mittels DNA-Analyse im Labor der Holzforschung Austria ein Hausschwammbefall nachgewiesen bzw. ausgeschlossen.
  • Häufigste Vertreter bei Insekten: Hausbockkäfer (Hylotrupes bajulus), Gemeiner Nagekäfer (Anobium punctatum), oder der Splintholzkäfer (Lyctus spp.).

Gutachtliche Stellungnahme:

Bei Bauschäden werden Gutachtliche Stellungnahmen mit folgenden Schwerpunkten erstellt:

  • Zustandsbeurteilung und Ermittlung der Resttragfähigkeit von Holzbaukonstruktionen und Verbindungsmittel, insbesondere von Holzbauteilen
  • Bautechnische Endoskopie sowie Bestimmung des Schädlingsbefalls

Die Mitarbeiter der Holzforschung Austria können auf Erfahrungen aus einer Vielzahl von Schadensfällen verweisen und sind in ständigem Kontakt mit Architekten, Statikern und Schädlingsbekämpfern. 

Besondere Einrichtungen

  • Endoskope
  • Holzfeuchtemessgerät mit langen isolierten Elektroden auch für größere Tiefen von Holzquerschnitten (zB Holzdecken)
  • Lichtmikroskop
  • PCR – Bestimmung von Hausfäulepilzen mittels DNA-Analyse
  • Diverse Universal-Festigkeitsprüfmaschinen

Weiterführende Informationen finden Sie auch unter:

Holzschutz

Ingenieurholzbau

Baustatik

Ansprechpersonen:

Bauschadensanalyse, Bautechnische Endoskopie und Schädlingsbestimmung:
DI Florian Tscherne (DW -15, Email)
DI Dr. Gerhard Grüll (DW -61, Email)

Schädlingsbestimmung:
Mag. Notburga Pfabigan (DW -23, Email)

Bauschadensanalyse, Beurteilung von Tragwerken, Tragkonstruktionen:
DI Dr. Andreas Neumüller (DW -53, Email)

Bautechnische Endoskopie: Anbohren des Hohlraumes
Untersuchung des Hohlraumes sowie Ausmessen des Deckenaufbaues
Anbohren der tragenden Bauteile zur Untersuchung des Holzzustandes