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#Seminare

Die bereits 20. Holz_Haus_Tage der Holzforschung Austria (HFA) fanden am 15.-16. Oktober wieder in Bad Ischl statt. Der Publikumsmagnet zog mehr als 180 Teilnehmer:innen aus dem In- und Ausland an. An den beiden Seminartagen erfuhren die Besucher:innen mehr über aktuelle Entwicklungen im Holzbau, Gewerke-Schnittstellen, Dachgeschichten sowie Neues aus Forschung & Entwicklung.

Seminarleiterin DI Sylvia Polleres begrüßte die zahlreich angereisten Teilnehmer:innen zu den bereits 20. Holz_Haus_Tagen in Bad Ischl. Im Anschluss eröffneten LIM Josef Frauscher (Bundesinnung Holzbau) und Ing. Dipl. Wirt. Ing. (FH) Christian Schneider (Österreichischer Fertighausverband) die Veranstaltung mit Geleitworten.

Aktuelles

Mag.a Dr.in Verena Jakoubek-Konrad (vai - Vorarlberger Architektur Institut) zeigte in ihrer Keynote über „Bauen für den Wandel“, wie ökologische und gesellschaftliche Veränderungen neue Anforderungen an die Architektur und das Bauwesen stellen. Der Holzbau kann dabei eine Schlüsselrolle spielen. Dafür braucht es eine Neubetrachtung der Beziehungen zwischen Material, Konstruktion, Ökologie, Ökonomie, Arbeit und Gesundheit, aus der eine neue Baupraxis entwickelt werden muss, die bei gleichbleibender architektonischer Qualität weniger Ressourcen verbraucht. Im Anschluss gab DI Dr. Ulrich Hübner (Fachverband der Holzindustrie Österreichs) einen umfassenden Überblick über den neuen Eurocode 5. Er vermittelte dabei die wichtigsten neuen Inhalte und Unterschiede zur Vorgängerversion. Die Europäisierung vieler in Österreich bereits gültiger Regelungen bietet seiner Ansicht nach klare Vorteile bei der Umstellung, bei Projekten im Ausland und in der Zusammenarbeit innerhalb der 34 CEN-Mitglieder. Er ermahnte Lehrende und Praktiker:innen dennoch, sich die Zeit für das mehr als 750 Seiten starke Dokument zu nehmen. Über den großvolumigen Wohnungsmarkt, insbesondere den Holzbau, sprach im Anschluss Mag. Filip Rosa, MSc, MRICS (ATL Immoinvest). Er erläuterte mit dem Produktions-, Kapital- und Produktivitätsproblemen pointiert die derzeitige Lage bei der Wohnungsfertigstellung. Holzbau kann als makroökonomische Antwort zum Kapitalhebel werden. Vorteile entstehen dem Baustoff Holz zukünftig durch die Verteuerung CO2-intensiven Bauens.

Gewerke-Schnittstellen

Der nächste Block drehte sich ganz um das im Holzhochbau topaktuelle Thema Schnittstellen. DI Sylvia Polleres (Holzforschung Austria) stellte den neuen „Leitfaden für Gewerke-Schnittstellen“ vor, der gemeinsam mit Koppelhuber² und Partner im Auftrag der Holzbauplattform im Fachverband der Holzindustrie Österreicherstellt wurde. Mehr zu den Inhalten gibt es am 4. oder 18. Oktober in Online-Basisseminaren „Schnittstellen im Holzhochbau“. Programm und Anmeldung unter: https://www.holzforschung.at/wissenstransfer/seminare/ Assoz. Prof. Dipl.-Ing. Dr. Anton Kraler (Universität Innsbruck) berichtete danach über die Lösungsvorschläge der ebenfalls im Auftrag der Holzbauplattform gemeinsam von der Universität Innsbruck, Holzforschung Austria und FS1 Ziviltechniker GmbH erstellten "Richtline für zurückspringende Geschoße: Staffelgeschoß“.

Dachgeschichten

DI Reinhold Steinmaurer (holzbau austria) eröffnete den Dächer-Block mit den neuen Inhalten der überarbeiteten ÖNORM B 4119. Neu aufgenommen wurden Bestimmungen zu Anforderungen an Unterdächer unter Energiegewinnungsanlagen und Anforderungen an Unterdächer mit nicht diffusionsoffenen Unterdeckbahnen sowie mit Überlüftungsebene. Im nächsten Vortrag ging SV Ing. Werner Linhart (Werner Linhart GmbH) näher auf die fachgerechte Montage von PV-Anlagen laut dem Entwurf der ÖNORM M 7778 ein. Diese trägt einer Entwicklung Rechnung, die auf Baustellen längst Realität ist: den zunehmend unschärferen Grenzen zwischen Gebäudehülle und Energiegewinnungsanlagen. Sein Fazit: Photovoltaik und Gebäudehülle müssen gemeinsam gedacht werden. Marcel Aberle (Futurist - Foresight Action Group) holte danach die Teilnehmer:innen „Zurück zur Zukunft“ und schärfte den Blick nach vorne in einen Raum der Möglichkeiten, dessen Gestaltung ganz vom eigenen Mindset abhängt. Darüber hinaus braucht es aber auch ausgeklügelte Methoden, um eine nachhaltig positive Zukunft zu schaffen.

Forschung & Praxis

Den Begriff des Kulturwandels in der Baubranche nahm Karsten Schnelle (company companions GmbH / D) am Beginn des zweiten Tages unter die Lupe. „Kultur“ ist der gelebte Alltag in Firmen abseits marketinggetriebener Leitbilder. Ein Kulturwandel muss eingespielte Routinen identifizieren, aufbrechen und neu gestalten. Schallschutzexperte Dr. Bernd Nusser (Holzforschung Austria) referierte danach über den Einfluss unterschiedlicher Faktoren, wie z. B. von Bindemitteln in Schüttungen, dynamischen Steifigkeiten von Trittschalldämmplatten auf die Trittschalldämmung von Holzmassivdecken. Die Ergebnisse seiner Forschung stehen der Fachöffentlichkeit im Online-Bauteilkatalog www.dataholz.eu kostenlos zur Verfügung, dieser wurde um neue BSP-Deckenaufbauten mit elastisch gebundenen Schüttungen erweitert.SV Walter Riegler (Bodentechnik Riegler) erläuterte im Anschluss Praxisbeispiele typischer Ausführungsfehler bei Nassestrich-Fussbodenaufbauten im Holzbau und deren Einfluss auf den Schall- und Feuchteschutz. 

Nach der Pause beurteilte DI Simon Winter (Holzforschung Austria), ob die neue OIB- Richtlinie 7 für den Holzbau ein Mehr an Nachhaltigkeit oder Bürokratie bedeutet. Er resümierte, dass mit der neuen Richtlinie eine unvermeidbare Professionalisierung im Holzbau einher geht und die Branche zur Präzisionssteigerung in der Materialverfolgung angehalten wird. Dafür braucht es eine valide Datenbasis: wer seine EPDs jetzt aktuell hält bzw. erlangt, kann die Richtlinie beim Inkrafttreten zum eigenen Vorteil nutzen! DI (FH) Philipp Trimmel (Holzforschung Austria) berichtete über neue Erkenntnisse zum Brandverhalten von beschichteten Holzfassaden aus dem Projekt HOBRA. Wie man trocken durch die Bauphase kommt, zeigte zum Abschluss der Veranstaltung DI Claudia Koch (Holzforschung Austria). Sie ging näher auf den Witterungs- und Feuchteschutz auf der Baustelle und damit auf eine der aktuellen Aufgaben in der Ausführungspraxis des großvolumigen Holzbaus ein. Darüber hinaus gab sie erste Einblicke in die Inhalte des gerade im Auftrag der Holzbauplattform entstehenden praxisorientierten Leitfadens.

Seminarleiterin DI Sylvia Polleres verabschiedete das Publikum nach den spannenden Tagen der erfolgreichen Veranstaltung und lud die Teilnehmer:innen schon zu den nächsten Holz_Haus_Tagen am 14.-15. Oktober 2027 ein, die wieder im Kongress- und Theaterhaus Bad Ischl stattfinden werden.

Vom 15.-16. Oktober 2026 wehte wieder die Fahne der Holzforschung Austria in Bad Ischl (© Holzforschung Austria) Für die Druckversion klicken Sie auf das Bild.

Mehr als 180 Teilnehmer:innen fanden sich bei den Holz_Haus_Tagen 2026 ein (© Holzforschung Austria) Für die Druckversion klicken Sie auf das Bild.

DI Dr. Ulrich Hübner gab einen umfassenden Überblick in die umfangreichen Veränderungen des neuen Eurocode 5 (© Holzforschung Austria) Für die Druckversion klicken Sie auf das Bild.

Mag. Filip Rosa, MSc erläuterte die derzeitige Lage bei der Wohnungsfertigstellung und hob die Vorteile des Holzbaues hervor (© Holzforschung Austria) Für die Druckversion klicken Sie auf das Bild.

Die Ausstellung war wieder gut besucht und wurde von den zahlreichen Teilnehmer:innen zum Netzwerken genutzt (© Holzforschung Austria) Für die Druckversion klicken Sie auf das Bild.

SV Ing. Werner Linhart, am Foto mit Moderatorin DI Claudia Koch, sprach über die fachgerechte Montage von PV-Anlagen laut dem Entwurf der ÖNORM M 7778 (© Holzforschung Austria) Für die Druckversion klicken Sie auf das Bild.

Karsten Schnelle nahm den Begriff des Kulturwandels in der Baubranche unter die Lupe (© Holzforschung Austria) Für die Druckversion klicken Sie auf das Bild.

Seminarleiterin DI Sylvia Polleres mit dem Team der Holzforschung Austria, v.l.n.r.: Ing. Daniel Resch, Dr. Martin Weigl-Kuska, DI.in Michaela Fodor, DI Bettina Plößnig-Weigel, DI Simon Winter, Seminarleiterin DI Sylvia Polleres, DI (FH) Philipp Trimmel, DI Claudia Koch, Dr. Andreas Suttner, Dr. Bernd Nusser (© Holzforschung Austria) Für die Druckversion klicken Sie auf das Bild.

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